Trauerkarte schreiben: Vorlagen, Textbausteine und Etikette
Was schreibt man in eine Trauerkarte? In eine Trauerkarte schreibt man vier Dinge: eine persönliche Anrede, einen Satz der Anteilnahme mit dem Namen des Verstorbenen, eine konkrete Erinnerung oder eine Eigenschaft, die man an ihm geschätzt hat, und ein Angebot ohne Bedingung. Drei bis fünf handgeschriebene Sätze genügen. Wichtiger als schöne Worte ist, dass Sie überhaupt schreiben.
Es gibt kaum eine Karte, die schwerer zu schreiben ist. Man sitzt mit dem Stift in der Hand, weiß, dass jedes Wort zu klein ist, und fürchtet, etwas Falsches zu treffen. Aus dieser Angst heraus schreiben viele Menschen am Ende gar nichts – und genau das ist der einzige Fehler, den Trauernde übereinstimmend als schmerzhaft beschreiben. Nicht die unbeholfene Formulierung tut weh, sondern das Schweigen.
Dieser Ratgeber nimmt Ihnen die Arbeit ab: Er zeigt den Aufbau einer Trauerkarte, liefert über zwei Dutzend Textbausteine zum Übernehmen, erklärt die Etikette rund um Anrede, Unterschrift, Umschlag und Zeitpunkt – und sagt deutlich, welche Sätze man besser streicht.
Was gehört in eine Trauerkarte? Der Aufbau in fünf Teilen
Eine gute Trauerkarte folgt fast immer derselben Struktur. Wenn Sie diese fünf Teile abarbeiten, entsteht ohne Anstrengung ein stimmiger Text – auch dann, wenn Ihnen die Worte nicht zufliegen. Nicht jeder Teil muss lang sein; ein Satz pro Abschnitt reicht vollkommen aus.
| Teil | Funktion | Beispiel |
|---|---|---|
| 1. Anrede | Stellt die persönliche Verbindung her und macht klar, an wen die Karte gerichtet ist | „Liebe Familie Berger,“ · „Lieber Thomas,“ · „Sehr geehrte Frau Wagner,“ |
| 2. Anteilnahme | Benennt den Verlust direkt und nennt den Namen des Verstorbenen | „Wir haben vom Tod Ihres Mannes Peter erfahren und sind tief betroffen.“ |
| 3. Erinnerung oder Würdigung | Das Herzstück: etwas Konkretes, das nur Sie schreiben können | „Ich denke an unsere gemeinsamen Sommer im Garten – sie hat nie jemanden ohne Kuchen gehen lassen.“ |
| 4. Zuspruch | Wünscht Kraft, ohne den Verlust zu erklären oder kleinzureden | „Ich wünsche euch Menschen um euch, die einfach da sind.“ |
| 5. Angebot und Schlussformel | Bietet Hilfe ohne Bedingung an und schließt die Karte ab | „Ich melde mich in ein paar Wochen. Du musst nicht antworten. In stiller Verbundenheit, Anna“ |
Der dritte Teil ist der wertvollste. Angehörige bekommen viele Karten mit ähnlichen Sätzen; was in Erinnerung bleibt, sind die konkreten Bilder – eine Eigenschaft, eine Szene, ein Satz, den der Verstorbene oft gesagt hat. Wenn Sie nur eine Sache in Ihre Trauerkarte schreiben, dann diese.
Trauerkarte schreiben: Vorlagen kurz und zum Übernehmen
Die folgenden Textbausteine sind nach Beziehung sortiert. Alle sind so formuliert, dass Sie sie unverändert übernehmen können – besser wird die Karte allerdings, wenn Sie einen eigenen Satz ergänzen, etwa den Namen des Verstorbenen oder eine kurze Erinnerung. Setzen Sie eckige Klammern jeweils durch den passenden Namen.
Trauersprüche kurz und formell: Beileidswünsche für Bekannte
Wenn Sie den Verstorbenen oder die Familie nur flüchtig kannten, ist Kürze richtig. Diese Formulierungen sind höflich, warm und lassen dem Trauerhaus Raum.
Zum Tod von [Name] spreche ich Ihnen mein aufrichtiges Beileid aus. In stiller Anteilnahme.
Wir haben mit großer Bestürzung vom Tod Ihres Mannes erfahren. Unsere Gedanken sind in diesen Tagen bei Ihnen und Ihrer Familie.
Für den schweren Weg der kommenden Wochen wünschen wir Ihnen Kraft und Menschen, die Ihnen zur Seite stehen.
Es gibt keine Worte, die diesen Verlust fassen. Wir möchten Ihnen dennoch sagen, dass wir an Sie denken.
Persönliche Worte für die Trauerkarte an enge Freunde
Unter Freunden darf die Karte ungeschliffen sein. Duzen Sie, schreiben Sie kurz, und sagen Sie ruhig, dass Ihnen die Worte fehlen – das ist ehrlicher als jede geliehene Formel.
Ich weiß nicht, was ich schreiben soll. Ich weiß nur, dass ich an dich denke – jeden Tag, seit ich es erfahren habe.
[Name] fehlt. Mir auch. Ich denke oft daran, wie er [konkrete Erinnerung] – das nimmt mir niemand weg, und dir auch nicht.
Du musst jetzt nichts erklären, nichts organisieren und nicht stark sein. Ich melde mich in zwei Wochen wieder. Du musst nicht antworten.
Ich komme am Sonntag vorbei und bringe etwas zu essen mit. Wenn du die Tür nicht aufmachen willst, stelle ich es davor ab. Beides ist in Ordnung.
Beileidskarte schreiben für Kollegen und geschäftliche Anlässe
Im beruflichen Umfeld gilt: sachlich, aber nicht kalt. Siezen Sie, wenn Sie sonst siezen, verzichten Sie auf Floskeln aus der Geschäftskorrespondenz und schreiben Sie im Zweifel im Namen des Teams. Ein Satz zur Entlastung im Arbeitsalltag ist hier besonders willkommen.
Liebe Frau [Name], wir haben vom Tod Ihrer Mutter erfahren. Im Namen des gesamten Teams spreche ich Ihnen unser herzliches Beileid aus.
Nehmen Sie sich die Zeit, die Sie brauchen. Ihre Aufgaben sind verteilt, und niemand erwartet eine schnelle Rückkehr.
Mit [Name] verlieren wir einen geschätzten Kollegen. Seine ruhige Art und seine Hilfsbereitschaft haben unseren Arbeitsalltag über viele Jahre geprägt. Wir werden ihn in guter Erinnerung behalten.
Sehr geehrte Familie [Name], die Nachricht vom Tod Ihres Mannes hat uns tief bewegt. Unsere Anteilnahme gilt Ihnen und Ihren Kindern. In aufrichtiger Verbundenheit, die Belegschaft der [Firma].
Karte allein oder mit einem kleinen Zeichen? Viele Menschen legen der Trauerkarte etwas Stilles bei oder schicken zwei bis sechs Wochen später ein kleines Zeichen – dann, wenn die Beerdigung vorbei ist und es still wird. Was sich dafür bewährt hat und was man besser lässt, steht in unserem Ratgeber Was schenkt man zur Beerdigung?. Eine Auswahl zurückhaltender Stücke finden Sie in der Kategorie Trauergeschenke.
Text für die Trauerkarte beim Verlust der Mutter oder des Vaters
Beim Tod eines Elternteils hilft es, wenn Sie den Verstorbenen als Person würdigen und nicht nur als Rolle. Wer den Vater oder die Mutter selbst kannte, sollte unbedingt eine Eigenschaft nennen.
Deine Mutter war ein Mensch, bei dem man sich sofort willkommen gefühlt hat. Ich habe das nie vergessen, und ich denke gerade sehr oft daran.
Einen Vater zu verlieren heißt, ein Stück des eigenen Zuhauses zu verlieren. Ich wünsche dir, dass du dir alle Zeit nimmst, die du brauchst.
Was deine Eltern euch mitgegeben haben, bleibt. Das nimmt der Tod nicht mit. In Gedanken bin ich bei euch.
Ich habe [Name] als jemanden erlebt, der immer zugehört hat, ohne gleich eine Antwort parat zu haben. Diese Ruhe hat mir mehr geholfen, als er wusste.
Tröstende Worte für die Beileidskarte beim Verlust des Partners
Der Verlust des Ehepartners oder Lebensgefährten trifft den Alltag in jeder Einzelheit. Vermeiden Sie hier Sätze über die Zukunft und schreiben Sie stattdessen über das gemeinsame Leben, das gewesen ist.
Ihr wart über [Zahl] Jahre ein Paar, das man nur zusammen gedacht hat. Ich kann mir kaum vorstellen, wie leer es jetzt sein muss.
Liebe [Name], für dich bricht gerade der ganze Alltag weg, nicht nur ein Mensch. Ich denke an dich, und ich bleibe da – auch in ein paar Monaten noch.
Es gibt nichts, was diesen Verlust tröstet. Ich möchte dir nur sagen: Du bist nicht allein, auch wenn es sich gerade genau so anfühlt.
Ich rufe dich Ende des Monats an, einfach so, ohne Anlass. Wenn du nicht sprechen möchtest, legen wir wieder auf. Auch das ist völlig in Ordnung.
Trauersprüche für die Karte ohne religiösen Bezug
Wenn Sie nicht wissen, wie religiös die Familie ist, oder wenn Sie sicher wissen, dass sie es nicht ist, wählen Sie weltliche Formulierungen. Sie sind nie falsch – auch bei gläubigen Familien nicht.
Was bleibt, sind die Spuren, die ein Mensch in anderen hinterlässt. Bei [Name] sind es viele.
Erinnerungen sind das einzige Zuhause, aus dem uns niemand vertreiben kann. Ich hoffe, sie tragen euch durch die nächste Zeit.
Ein Mensch ist nicht vergessen, solange über ihn gesprochen wird. Erzählt von ihm, so oft ihr könnt – ich höre gerne zu.
In tiefer Anteilnahme und in dem Wissen, dass Worte hier wenig ausrichten: Wir sind da, wenn ihr uns braucht.
Christliche Trauersprüche und Bibelverse für die Trauerkarte
In einem gläubigen Umfeld ist ein Bibelvers eine tragende Geste. Setzen Sie ihn sparsam ein – ein Vers als Beginn oder Abschluss, danach Ihre eigenen Worte. Die Stellenangabe gehört in Klammern dahinter.
Der Herr ist nahe denen, die zerbrochenen Herzens sind. (Psalm 34,19) In diesem Vertrauen denken wir an Sie und Ihre Familie.
Ich bin die Auferstehung und das Leben. Wer an mich glaubt, wird leben, auch wenn er stirbt. (Johannes 11,25)
Fürchte dich nicht, denn ich habe dich erlöst; ich habe dich bei deinem Namen gerufen; du bist mein. (Jesaja 43,1) Möge dieser Zuspruch euch in den kommenden Wochen begleiten.
Wir vertrauen darauf, dass [Name] in Gottes Frieden geborgen ist, und schließen Sie und Ihre Familie in unser Gebet ein.
Was schreibt man in eine Trauerkarte, wenn man den Verstorbenen nicht kannte?
Dieser Fall ist häufiger, als man denkt: Sie kennen die Kollegin, nicht ihren Vater. Die Lösung ist einfach – schreiben Sie über den Trauernden statt über den Verstorbenen.
Ich habe deinen Vater nie kennengelernt. Aber ich kenne dich – und wenn du so viel von ihm hast, wie du erzählst, dann muss er ein besonderer Mensch gewesen sein.
Ich kannte Ihre Mutter nicht persönlich, möchte Ihnen aber sagen, dass ich an Sie denke und Ihnen für diese Zeit viel Kraft wünsche.
Wir haben uns nie getroffen, und trotzdem hat er über dich einen Platz in meinem Leben gehabt. Mein aufrichtiges Beileid.
Auch wenn ich [Name] nicht kannte: Ich weiß, was sie dir bedeutet hat. Genau deshalb schreibe ich dir.
Was man in eine Trauerkarte NICHT schreibt
Geschriebene Sätze bleiben stehen. Trauerkarten werden oft monatelang aufbewahrt und wieder gelesen – ein unglücklicher Satz wirkt daher länger nach als ein unglückliches Gespräch. Diese sieben Muster sollten Sie streichen.
- „Die Zeit heilt alle Wunden.“ Setzt den Trauernden unter Zeitdruck und behauptet etwas, das er gerade nicht empfindet. Besser: „Nimm dir alle Zeit, die du brauchst.“
- „Jetzt hat sie es überstanden“ oder „Es war ja eine Erlösung“. Deutet den Tod und nimmt der Familie die Trauer weg. Besser: „Ihr habt sie bis zuletzt begleitet. Das war nicht selbstverständlich.“
- „Ich weiß genau, wie du dich fühlst.“ Verschiebt den Fokus auf Sie. Besser: „Ich kann nur ahnen, wie es dir geht.“
- „Melde dich, wenn du etwas brauchst.“ Klingt hilfsbereit, verlagert aber die Arbeit auf den Trauernden – und fast niemand meldet sich. Besser: „Ich rufe dich nächste Woche an, du musst nichts tun.“
- „Alles hat einen Sinn“ oder „Gott hatte einen Plan“. Erklärt einen Tod, der sich nicht erklären lässt, und kann auch gläubige Menschen verletzen. Besser: ein Bibelvers ohne Deutung, etwa Psalm 34,19.
- „Kopf hoch, du schaffst das schon.“ Fordert Stärke ein. Besser: „Du musst gerade gar nichts schaffen.“
- Details zur Todesursache oder Nachfragen zum Ablauf. Eine Trauerkarte ist kein Ort für Fragen. Alles, was eine Antwort verlangt, gehört nicht hinein.
Und ein handwerklicher Hinweis: Verzichten Sie auf vorgedruckte Sprüche allein. Eine Karte, die nur eine gedruckte Zeile und eine Unterschrift enthält, wird als Pflichterfüllung gelesen. Zwei eigene Sätze darunter ändern den ganzen Eindruck.
Kondolenzumschlag: Wie viel Geld nach Nähe zur Familie
Ob überhaupt Geld in die Trauerkarte gehört, ist regional sehr unterschiedlich. In Teilen Süddeutschlands und Österreichs ist der Kondolenzumschlag verbreitet, in vielen anderen Gegenden gilt er als unpassend. Die folgenden Beträge sind Orientierungswerte, keine Vorschrift – im Zweifel fragen Sie jemanden aus dem engeren Umfeld der Familie.
| Beziehung zur Familie | Üblicher Betrag | Hinweis |
|---|---|---|
| Engste Familie (Kinder, Geschwister) | kein Umschlag | Stattdessen meist direkte Beteiligung an den Bestattungskosten |
| Weitere Verwandtschaft | 50–100 € | Häufig gemeinsam mit anderen Angehörigen, ein Umschlag pro Haushalt |
| Enge Freunde | 30–100 € | Die Karte mit einer konkreten Erinnerung wiegt hier schwerer als der Betrag |
| Bekannte, Nachbarn | 20–50 € | Nur, wo regional üblich; sonst genügt die Karte |
| Kolleginnen und Kollegen | 10–20 € pro Person | Wird im Team gesammelt und mit einer gemeinsamen Karte überreicht |
| Bitte um Spende in der Traueranzeige | kein Umschlag | Der Wunsch der Familie hat immer Vorrang – Spende unter Angabe des Namens des Verstorbenen |
Wichtig für die Praxis: In Deutschland wird heute meist eine Spende an eine vom Trauerhaus genannte Organisation dem Geldumschlag vorgezogen. Steht in der Traueranzeige „Statt Blumen und Kränze bitten wir um eine Spende an …“, dann ist das keine höfliche Floskel, sondern eine klare Bitte. Überweisen Sie unter Angabe des Namens des Verstorbenen im Verwendungszweck – viele Organisationen stellen der Familie anschließend eine Liste der Spender zu, ohne Beträge zu nennen. In die Trauerkarte schreiben Sie dann nur einen Halbsatz: „Wir haben Ihrer Bitte entsprechend an [Organisation] gespendet.“
Wenn Sie doch Geld beilegen: Bargeld gehört in einen zweiten, verschlossenen Umschlag mit Ihrem Namen darauf, nicht lose in die Karte. So kann die Familie später zuordnen, von wem der Beitrag kam, ohne peinlich berührt zu sein.
Anrede, Unterschrift, Umschlag und Zeitpunkt
Die richtige Anrede in der Trauerkarte
Richten Sie die Karte an die Person, die dem Verstorbenen am nächsten stand – meist die Witwe oder der Witwer, sonst die Kinder. Kennen Sie die Familie nur formell, ist „Sehr geehrte Frau [Nachname]“ richtig; bei einem persönlichen Verhältnis „Liebe Frau [Nachname]“ oder „Liebe [Vorname]“. Wollen Sie mehrere ansprechen, funktioniert „Liebe Familie [Nachname]“ zuverlässig. Verzichten Sie auf „Hallo“ und auf die Anrede ohne Namen.
Wie unterschreibt man eine Trauerkarte?
Vor die Unterschrift gehört eine Schlussformel. Bewährt haben sich „In stiller Anteilnahme“, „In aufrichtiger Verbundenheit“, „In Gedanken bei euch“ oder – im engen Kreis – schlicht „In Liebe“. Danach folgt Ihr Name, so wie die Familie Sie kennt: unter Freunden der Vorname, im formellen Rahmen Vor- und Nachname. Schreiben Sie im Namen einer Familie, nennen Sie alle Vornamen einzeln statt „Familie Müller“ – das wirkt persönlicher. Bei einer Karte aus dem Kollegenkreis unterschreiben alle Beteiligten selbst; eine Liste getippter Namen wirkt distanziert.
Was schreibt man auf den Umschlag einer Trauerkarte?
Auf den Umschlag kommt die vollständige Anschrift der Angehörigen, handschriftlich und ohne Zusätze wie „Persönlich“ oder „Vertraulich“. Der Absender gehört auf die Rückseite. Verwenden Sie einen schlichten weißen oder cremefarbenen Umschlag; ein schwarzer Trauerrand ist möglich, aber nicht nötig. Wird die Karte bei der Trauerfeier persönlich übergeben, genügt der Name der Familie auf der Vorderseite. Vermeiden Sie bunte Briefmarken, wenn Sie die Wahl haben.
Wann schickt man eine Trauerkarte?
Der richtige Zeitpunkt liegt innerhalb der ersten ein bis zwei Wochen nach der Todesnachricht, idealerweise noch vor der Beerdigung. Erfahren Sie später davon, schreiben Sie trotzdem – auch nach zwei Monaten ist eine Karte willkommen, wenn Sie den späten Zeitpunkt kurz benennen: „Ich habe erst jetzt erfahren, dass …“. Es gibt keinen Zeitpunkt, der zu spät ist. Im Gegenteil: Karten, die vier bis sechs Wochen später eintreffen, kommen in einer Stille an, in der die meisten anderen bereits weitergegangen sind.
Ein Licht statt vieler Worte. Wenn Ihnen die Karte allein zu wenig erscheint, ist ein stilles Zeichen die passende Ergänzung – eine Gedenkkerze für den Platz am Fenster oder ein Schutzengel zum Festhalten, gerade für trauernde Kinder. Beides verlangt keine Antwort und keinen Dank. Weitere Ratgeber rund um Trauer, Taufe und Kommunion finden Sie in der Ratgeber-Übersicht.
Kondolenzschreiben: die längere Form der Trauerkarte
Ein Kondolenzschreiben ist im Kern dasselbe wie eine Trauerkarte, nur länger und auf Briefpapier. Üblich ist es, wenn Sie dem Verstorbenen beruflich oder gesellschaftlich verbunden waren, wenn Sie an der Trauerfeier nicht teilnehmen können oder wenn Sie eine Erinnerung ausführlicher erzählen möchten, als eine Karte es zulässt.
Der Aufbau folgt denselben fünf Teilen wie oben, jeder Teil bekommt lediglich mehr Raum: Anrede, Nachricht vom Tod und Anteilnahme, ein Absatz zur Person des Verstorbenen mit konkreten Beispielen, ein Absatz zum Zuspruch, ein Schlussabsatz mit einem konkreten Angebot. Ein bis anderthalb Seiten sind die Obergrenze. Handschriftlich ist immer die stärkere Variante; ist Ihre Handschrift schwer lesbar, drucken Sie den Brief aus und unterschreiben ihn von Hand. Per E-Mail wird ein Kondolenzschreiben nicht versendet, außer bei rein digitalen Geschäftsbeziehungen.
Häufige Fragen zum Schreiben einer Trauerkarte
Was schreibt man in eine Trauerkarte, wenn man die Person nicht kannte?
Beziehen Sie sich auf den Trauernden statt auf den Verstorbenen. Schreiben Sie, dass Sie an ihn denken, und erwähnen Sie ruhig offen, dass Sie den Verstorbenen nicht persönlich kannten. Ein Satz wie „Ich kannte deinen Vater nicht, aber ich kenne dich – und ich denke an dich“ ist ehrlicher als eine geliehene Würdigung.
Wie viel Geld legt man in eine Trauerkarte?
Wo der Kondolenzumschlag üblich ist, geben Bekannte 20 bis 50 Euro, enge Freunde 30 bis 100 Euro und weitere Verwandte 50 bis 100 Euro; im Kollegenkreis wird meist mit 10 bis 20 Euro pro Person gesammelt. In vielen Regionen Deutschlands ist Geld unüblich – dort wird eine Spende an die in der Traueranzeige genannte Organisation vorgezogen.
Wann schickt man eine Trauerkarte?
Am besten innerhalb von ein bis zwei Wochen nach der Todesnachricht, möglichst vor der Beerdigung. Wenn Sie erst später davon erfahren, schreiben Sie trotzdem und benennen Sie den späten Zeitpunkt in einem Halbsatz. Eine Karte, die Wochen später kommt, wird oft als besonders wohltuend empfunden.
Was schreibt man auf den Umschlag einer Trauerkarte?
Nur die vollständige Anschrift der Angehörigen, handschriftlich, ohne Zusätze wie „Persönlich“. Der Absender gehört auf die Rückseite. Bei persönlicher Übergabe während der Trauerfeier genügt der Name der Familie auf der Vorderseite; ein schlichter weißer oder cremefarbener Umschlag ist die sichere Wahl.
Wie unterschreibt man eine Trauerkarte?
Mit einer Schlussformel und Ihrem Namen: „In stiller Anteilnahme“, „In aufrichtiger Verbundenheit“ oder „In Gedanken bei euch“. Formell folgen Vor- und Nachname, im engen Kreis genügt der Vorname. Bei einer Karte mehrerer Personen unterschreibt jeder von Hand.
Was schreibt man in eine Beileidskarte für Kollegen?
Bleiben Sie sachlich und warm zugleich, sprechen Sie im Namen des Teams und bieten Sie konkrete Entlastung im Arbeitsalltag an: „Nehmen Sie sich die Zeit, die Sie brauchen – Ihre Aufgaben sind verteilt.“ Verzichten Sie auf Nachfragen zum Todesfall und auf Formulierungen aus der Geschäftskorrespondenz.
Trauerkarte oder Beileidskarte – was ist der Unterschied?
Praktisch gibt es keinen: Beide Begriffe bezeichnen dieselbe Karte, mit der man Angehörigen sein Beileid ausspricht. „Trauerkarte“ ist der verbreitetere Ausdruck, „Beileidskarte“ betont stärker die Botschaft. Anders ist nur die Trauerkarte im Sinne einer Todesanzeige, die die Familie selbst verschickt.
Was schreibt man in eine Trauerkarte kurz?
Drei Sätze reichen: Anteilnahme mit dem Namen des Verstorbenen, ein persönlicher Gedanke, ein Angebot ohne Bedingung. Zum Beispiel: „Wir haben vom Tod Ihres Mannes erfahren und sind sehr traurig. Wir denken oft an ihn. Melden dürfen Sie sich jederzeit – müssen Sie aber nicht.“
Darf man in eine Trauerkarte einen Bibelvers schreiben?
Ja, wenn die Familie gläubig ist – dann wird ein Vers als Zuspruch verstanden. Geeignet sind Psalm 34,19, Johannes 11,25 oder Jesaja 43,1, jeweils mit Stellenangabe in Klammern. Bei unbekannter Haltung wählen Sie besser eine weltliche Formulierung; sie ist in keinem Fall unpassend.
Was schreibt man in eine Trauerkarte für ein Kind?
Schreiben Sie einfach, konkret und ohne Umschreibungen wie „eingeschlafen“ – Kinder verstehen klare Worte besser. Nennen Sie den Verstorbenen beim Namen und eine gemeinsame Erinnerung: „Dein Opa hat dir immer die Vogelnester gezeigt. Das war etwas ganz Besonderes.“ Ein Gegenstand zum Festhalten hilft Kindern oft mehr als eine lange Erklärung.
Zum Schluss
Sie müssen keine perfekte Karte schreiben. Ein kurzer, ehrlicher, vielleicht ungeschickter Satz wirkt mehr als jeder druckreife Vers – weil er zeigt, dass jemand sich hingesetzt und an diesen Menschen gedacht hat. Nennen Sie den Namen des Verstorbenen, erzählen Sie eine Erinnerung, machen Sie ein Angebot, das keine Antwort verlangt. Mehr braucht es nicht. Wenn Sie der Karte etwas Stilles beilegen möchten, finden Sie in unserer Kategorie Trauergeschenke eine kleine, bewusst zurückhaltende Auswahl.
Über diesen Ratgeber
Redaktion Benedira – wir kuratieren Geschenke zu religiösen Anlässen und erklären, was sie bedeuten. Unsere Ratgeber entstehen aus der täglichen Beratung von Angehörigen, Paten und Familien sowie aus dem Austausch mit Bestattern und Seelsorgern.
Veröffentlicht: 19. August 2026 · Zuletzt aktualisiert: 19. August 2026