Kurz erklärt: Der Ablauf einer Taufe folgt einer festen Ordnung: Begrüßung und Bezeichnung mit dem Kreuz, Lesung und Predigt, Glaubensbekenntnis und Taufversprechen, die Taufe mit Wasser im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes, Salbung, Entzünden der Taufkerze an der Osterkerze, Fürbitten und Segen. Der Gottesdienst dauert meist 30 bis 45 Minuten.

Wie läuft eine Taufe ab, wann meldet man sie an, was passiert im Gottesdienst in welcher Reihenfolge? Dieser Ratgeber führt durch den kompletten Ablauf einer Taufe: von der Anmeldung im Pfarrbüro über den Taufgottesdienst Schritt für Schritt bis zur Tauffeier – mit Übersichtstabelle, Checkliste und fertigen Formulierungen zum Übernehmen.

Ablauf des Taufgottesdienstes im Überblick

Die Tabelle zeigt den Taufgottesdienst-Ablauf, wie er in den meisten katholischen und evangelischen Gemeinden gefeiert wird. Einzelne Elemente können abweichen oder entfallen.

SchrittWas passiertBedeutung
1. Empfang und BegrüßungBegrüßung am Eingang oder am Taufbecken, Name und Taufwunsch werden genannt.Die Gemeinde nimmt das Kind öffentlich auf.
2. Bezeichnung mit dem KreuzPriester oder Pfarrerin, Eltern und Paten zeichnen dem Kind ein Kreuz auf die Stirn.Zeichen der Zugehörigkeit zu Christus und des Schutzes.
3. Lesung aus der BibelEin kurzer Bibeltext, oft der Taufbefehl oder die Segnung der Kinder.Der biblische Grund der Taufe wird hörbar.
4. Predigt oder AnspracheKurze Auslegung, meist persönlich.Verbindet den Text mit dem Leben des Kindes.
5. Fürbitten und Anrufung der HeiligenGebete für Kind, Eltern, Paten und Gemeinde; katholisch oft mit Allerheiligenlitanei.Die Gemeinde betet stellvertretend mit.
6. Segnung des TaufwassersDas Wasser im Taufbecken wird gesegnet.Wasser als Zeichen von Reinigung, Leben und Neuanfang.
7. Absage und GlaubensbekenntnisEltern und Paten sprechen das Apostolische Glaubensbekenntnis.Stellvertretendes Ja für das Kind.
8. TaufversprechenEltern und Paten sagen zu, das Kind im Glauben zu begleiten.Die Erziehungsaufgabe wird ausdrücklich übernommen.
9. Die Taufe mit WasserDreimaliges Übergießen mit Wasser: „Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“Kern der Feier – ab hier ist das Kind getauft.
10. Salbung mit ChrisamKatholisch: Salbung des Scheitels mit geweihtem Öl.Zeichen der Stärkung und der Würde als Getaufter.
11. Taufkleid und TaufkerzeWeißes Taufkleid, Taufkerze wird an der Osterkerze entzündet.Weiß für den Neuanfang, Licht für Christus.
12. Effata-RitusKatholisch: Berührung von Ohren und Mund.Bitte, dass das Kind das Wort Gottes hören und weitergeben kann.
13. Vaterunser und SegenGemeinsames Gebet, Segen über Kind, Eltern, Paten und Gemeinde.Abschluss und Sendung in den Alltag.

Taufe Vorbereitung: Anmeldung, Taufgespräch und Termin

Der sichtbare Teil dauert eine knappe Stunde – die Arbeit liegt davor. Rechnen Sie mit rund drei Monaten Vorlauf, an Wunschterminen wie Ostern oder im Frühsommer auch mehr.

Anmeldung im Pfarrbüro

Zuständig ist die Pfarrei, in der die Eltern wohnen. Für eine Taufe in einer anderen Kirche – etwa der Heimatgemeinde der Großeltern – brauchen Sie die Zustimmung der Wohnsitzpfarrei. Melden Sie sich im Pfarrbüro und nennen Sie Name und Geburtsdatum des Kindes sowie zwei bis drei mögliche Termine.

Sehr geehrtes Pfarrbüro, wir möchten unsere Tochter Marie, geboren am 4. März, in Ihrer Gemeinde taufen lassen. Als Termine kämen für uns die Sonntage im Mai in Frage. Bitte teilen Sie uns mit, welche Unterlagen Sie benötigen und wann ein Taufgespräch möglich ist. Herzliche Grüße, Familie …

Das Taufgespräch

Zwei bis sechs Wochen vor dem Termin findet das Taufgespräch statt, meist zu Hause oder im Gemeindehaus. Es dauert etwa eine Stunde und ist keine Prüfung. Besprochen werden Name und Motivation, die Auswahl der Paten, der konkrete Ablauf, der Taufspruch und die Frage, welche Teile die Familie selbst übernimmt – Lesung, Fürbitten, Musik.

Diese Unterlagen brauchen Sie

  • Geburtsurkunde beziehungsweise Abstammungsurkunde für religiöse Zwecke vom Standesamt
  • Familienstammbuch oder Heiratsurkunde der Eltern, falls vorhanden
  • Taufbescheinigung der Paten, katholisch zusätzlich der Firmnachweis
  • Bei Taufe in einer fremden Gemeinde: die schriftliche Erlaubnis der eigenen Pfarrei

Paten benennen

Ein Pate genügt, zwei sind üblich, mehr sind kirchenrechtlich meist nicht eintragbar. Katholisch muss ein Pate getauft, gefirmt, mindestens 16 Jahre alt und Mitglied der katholischen Kirche sein. Wer das nicht erfüllt, kann Taufzeuge sein. Fragen Sie früh – Paten brauchen Zeit für ihre Papiere.

Passend zur Vorbereitung: Wer als Pate gefragt wird, sollte wissen, worauf er sich einlässt – alle Voraussetzungen und Aufgaben finden Sie im Ratgeber Patenamt: Aufgaben und Voraussetzungen. Und wenn noch das Geschenk fehlt: Was schenkt man zur Taufe? gibt Ideen für jedes Budget, unsere Taufkerzen lassen sich mit Namen und Datum personalisieren.

Wie läuft eine Taufe ab? Der Gottesdienst Schritt für Schritt

Begrüßung und Bezeichnung mit dem Kreuz

Die Familie versammelt sich am Eingang oder am Taufbecken. Der Geistliche fragt nach dem Namen des Kindes und danach, was die Eltern erbitten. Die Antwort lautet traditionell schlicht: „Die Taufe.“ Anschließend zeichnen Priester oder Pfarrerin, danach Eltern und Paten dem Kind ein kleines Kreuz auf die Stirn.

Lesung, Predigt und Fürbitten

Es folgt ein Bibeltext, häufig der Missionsauftrag am Ende des Matthäusevangeliums, in dem Jesus die Jünger aussendet, alle Völker zu taufen im Namen des Vaters, des Sohnes und des Heiligen Geistes (Matthäus 28,19), oder die Szene, in der Jesus die Kinder segnet (Markus 10,13–16). Die Predigt bezieht den Text auf das Kind. Danach folgen die Fürbitten – hier dürfen Familienmitglieder in fast jeder Gemeinde selbst ans Mikrofon.

Guter Gott, wir bitten dich für Marie: Lass sie geborgen aufwachsen und mutig ihren eigenen Weg finden. – Wir bitten dich für ihre Eltern: Schenke ihnen Geduld, Kraft und Freude an jedem Tag. – Wir bitten dich für ihre Paten: Lass sie verlässliche Begleiter sein, auch wenn Jahre vergehen. – Wir bitten dich für alle, die heute nicht bei uns sein können, und für die, an die wir in Liebe zurückdenken.

Glaubensbekenntnis und Taufversprechen

Vor der Taufe wenden sich Priester oder Pfarrerin direkt an Eltern und Paten: zuerst die Absage an das Böse, dann das Apostolische Glaubensbekenntnis, das die ganze Gemeinde mitspricht. Danach die entscheidende Frage, ob Sie Ihr Kind im Glauben erziehen und begleiten wollen. Die Antwort ist ein deutliches „Ja, ich will“ beziehungsweise „Ja, mit Gottes Hilfe“.

Die Taufe mit Wasser

Das Kind wird über das Taufbecken gehalten – meist von einem Elternteil, in manchen Gemeinden vom Paten. Drei Mal wird Wasser über den Kopf gegossen, dazu die Taufformel: „Ich taufe dich im Namen des Vaters und des Sohnes und des Heiligen Geistes.“ Das Wasser ist handwarm, ein Tuch liegt bereit. Wenn das Kind weint, stört das niemanden.

Salbung, Taufkleid und Taufkerze

In der katholischen Feier folgt die Salbung des Scheitels mit Chrisam, einem geweihten Duftöl, danach das weiße Taufkleid. Den emotionalen Höhepunkt bildet für viele Familien die Taufkerze: Ein Pate entzündet sie an der Osterkerze und trägt sie zurück zur Familie. Das Licht steht für Christus, das weitergegebene Licht für den Glauben, der in diesem Kind weiterbrennen soll. Die Kerze wird später bei Erstkommunion, Konfirmation und Hochzeit wieder angezündet – ein Grund, sie mit Namen und Taufdatum zu wählen. Mehr dazu im Ratgeber zu den Taufsymbolen.

Vaterunser, Segen und Eintrag ins Taufbuch

Alle versammeln sich um das Taufbecken und beten das Vaterunser. Es folgt der Segen über Kind, Eltern, Paten und Gemeinde. Danach unterschreiben Eltern und Paten das Taufbuch in der Sakristei; die Taufurkunde erhalten Sie meist direkt im Anschluss.

Segenswunsch des Paten: „Ich wünsche dir Menschen, die zu dir halten, Mut für deine eigenen Wege und einen Ort, an den du immer zurückkehren kannst. Ich bin einer davon – heute, morgen und wenn du längst keine Kerze mehr brauchst, um im Dunkeln etwas zu sehen.“

Taufe katholisch oder evangelisch: Wo liegen die Unterschiede?

Der Kern ist identisch: Beide Kirchen taufen mit Wasser im Namen des dreieinigen Gottes und erkennen die Taufe der jeweils anderen an. Eine zweite Taufe ist nie nötig. Unterschiede gibt es im Beiwerk:

  • Ort im Gottesdienst: Katholisch häufig eigene Tauffeier oder Messe, evangelisch meist im sonntäglichen Hauptgottesdienst.
  • Salbung mit Chrisam und Effata-Ritus: katholisch üblich, evangelisch in der Regel nicht vorgesehen.
  • Taufspruch: In der evangelischen Tradition wählt die Familie einen persönlichen Bibelvers, der dem Kind lebenslang zugeordnet bleibt und auf der Taufurkunde steht.
  • Paten: Katholisch sind Taufe, Firmung, Mindestalter 16 und Kirchenmitgliedschaft gefordert; evangelisch genügt die Zugehörigkeit zu einer Kirche der Arbeitsgemeinschaft Christlicher Kirchen.
  • Allerheiligenlitanei: nur in der katholischen Feier.

Taufe: Was muss man beachten? Die Checkliste

Diese Übersicht zeigt, was wann erledigt sein sollte und wer zuständig ist.

ZeitpunktAufgabeWer
3 bis 4 Monate vorherPaten anfragen, Termin abstimmen, Lokal reservierenEltern
3 Monate vorherTaufe offiziell anmelden, Unterlagen zusammenstellenEltern
10 bis 12 Wochen vorherPatenbescheinigung bei der eigenen Pfarrei beantragenPaten
8 Wochen vorherEinladungen verschicken, Gästezahl klärenEltern
6 Wochen vorherTaufkerze bestellen, Personalisierung prüfenPaten oder Eltern
4 bis 6 Wochen vorherTaufgespräch, Taufspruch, MusikwünscheEltern mit Geistlichem
4 Wochen vorherTaufkleid besorgen, Kleidung für alle Beteiligten prüfenEltern
3 Wochen vorherGeschenk auswählen und rechtzeitig bestellenPaten, Großeltern, Gäste
2 Wochen vorherFürbitten schreiben, Lesung verteilen, Fotoregeln klärenEltern und Paten
1 Woche vorherMenü und Torte bestätigen, Sitzordnung, BlumenschmuckEltern
Am VortagTasche packen: Taufkerze, Taufkleid, Tuch, Wechselkleidung, UnterlagenEltern
Am Tauftag30 Minuten vor Beginn in der Kirche seinAlle
Nach der TaufeTaufbuch unterschreiben, Taufurkunde mitnehmen, Dankeskarten planenEltern und Paten

Nach dem Gottesdienst: Tauffeier, Taufessen und Fotos

Direkt im Anschluss bleibt die Familie meist zehn bis zwanzig Minuten für Fotos in der Kirche. Klären Sie vorher, ob während des Gottesdienstes fotografiert werden darf – viele Gemeinden erlauben es nur ohne Blitz. Bewährt: eine Person fotografiert diskret, die Gruppenbilder entstehen danach vor dem Portal.

Das Taufessen findet zu Hause, im Restaurant oder im Gemeindesaal statt: meist ein Mittagessen mit zehn bis dreißig Gästen, danach Kaffee und Kuchen. Planen Sie einen ruhigen Raum für das Kind ein und legen Sie den Zeitpunkt der Geschenkübergabe fest – am besten nach dem Hauptgang. Wer mag, entzündet die Taufkerze am Tisch noch einmal und lässt die Paten ihren Segenswunsch sprechen.

Tischwort zum Taufessen: „Wir haben heute gefeiert, dass dieses Kind nicht allein durchs Leben geht. Bevor wir essen, ein kurzer Dank – an alle, die gekommen sind, an die, die geholfen haben, und an das Leben, das uns dieses Kind geschenkt hat. Guten Appetit.“

Typische Zeitplanung am Tauftag

  1. 9:30 Uhr – Kind anziehen, Tasche kontrollieren
  2. 10:30 Uhr – Ankunft an der Kirche, Begrüßung der Paten, Taufkerze abgeben
  3. 11:00 Uhr – Taufgottesdienst, 30 bis 45 Minuten, in der Messe bis 60 Minuten
  4. 11:45 Uhr – Fotos, Unterschrift im Taufbuch
  5. 12:30 Uhr – Empfang am Ort der Feier
  6. 13:00 Uhr – Taufessen, danach Geschenkübergabe
  7. 15:30 Uhr – Kaffee und Tauftorte

Für den Tag selbst: Bei Benedira finden Sie personalisierbare Taufkerzen und kuratierte Taufgeschenke, die den Tag überdauern. Wer noch unsicher ist, wer eigentlich was übernimmt, findet die Antwort unter Patenamt: Aufgaben und Voraussetzungen. Weitere Themen rund um Taufe, Kommunion und Konfirmation sammeln wir im Benedira Ratgeber.

Häufige Fragen zum Ablauf einer Taufe

Wie läuft eine Taufe ab?

Eine Taufe läuft in dieser Reihenfolge ab: Begrüßung und Kreuzzeichen, Lesung und Predigt, Fürbitten, Glaubensbekenntnis und Taufversprechen, Taufe mit Wasser, Salbung, Taufkerze an der Osterkerze, Vaterunser und Segen. Anschließend unterschreiben Eltern und Paten das Taufbuch.

Wie lange dauert eine Taufe?

Eine reine Tauffeier dauert 30 bis 45 Minuten, innerhalb einer Messe etwa 60 bis 75 Minuten. Der gesamte Tauftag mit Essen und Kaffee dauert erfahrungsgemäß fünf bis sechs Stunden.

Wann meldet man eine Taufe an?

Melden Sie die Taufe etwa drei Monate vor dem Wunschtermin im Pfarrbüro an. In Gemeinden mit festen Taufsonntagen und zwischen Ostern und Sommerferien sind vier bis fünf Monate Vorlauf sinnvoll.

Taufe: Was muss man beachten?

Wichtig sind vier Dinge: rechtzeitige Anmeldung, vollständige Unterlagen inklusive Patenbescheinigung, ein geführtes Taufgespräch und die Absprache zum Fotografieren. Alles Weitere ist Geschmackssache.

Wer hält das Kind bei der Taufe?

In den meisten Gemeinden hält ein Elternteil das Kind über das Taufbecken, während der Pate die Taufkerze übernimmt. Manche Gemeinden übergeben das Kind bewusst an den Paten. Klären Sie das im Taufgespräch.

Was kostet eine Taufe?

Die kirchliche Taufe selbst ist für Kirchenmitglieder kostenfrei. Kosten entstehen durch Taufkerze, Taufkleid, Blumenschmuck und die anschließende Feier. Für zusätzliche Musik fällt oft ein Honorar an; fragen Sie im Pfarrbüro nach.

Kann man ohne Paten taufen lassen?

Ja. Findet sich niemand, der die kirchlichen Voraussetzungen erfüllt, kann die Taufe auch ohne Paten gespendet werden. Häufiger ist die Lösung mit einem Taufzeugen, der im Taufbuch vermerkt wird, ohne offiziell Pate zu sein.

Wann wird die Taufkerze angezündet?

Die Taufkerze wird nach der Taufe mit Wasser an der Osterkerze entzündet, meist durch den Paten, und brennt bis zum Ende des Gottesdienstes. Später wird sie am Tauftag, zur Erstkommunion, zur Konfirmation und bei der Hochzeit wieder angezündet.

Was zieht man zur Taufe an?

Für das Kind ist Weiß üblich, vom klassischen Taufkleid bis zum schlichten weißen Strampler. Gäste kleiden sich festlich: Anzug oder Hemd mit Sakko, Kleid oder Kostüm. Vermeiden Sie auffälliges Weiß.

Wie unterscheidet sich der Ablauf bei einer Erwachsenentaufe?

Der Kern bleibt gleich, aber der Erwachsene antwortet selbst auf Glaubensbekenntnis und Taufversprechen. Voraus geht eine längere Vorbereitung, katholisch das Katechumenat. Häufig werden Taufe, Firmung und Kommunion in einer Feier gespendet, oft in der Osternacht.

Über diesen Beitrag
Redaktion Benedira
Veröffentlicht: 19. August 2026 · Zuletzt aktualisiert: 19. August 2026
Hinweis: Abläufe und Regelungen können je nach Bistum, Landeskirche und Gemeinde abweichen – maßgeblich ist die Auskunft Ihres zuständigen Pfarrbüros.